Hohe Benzinpreise: Wann lohnt sich ein Elektroauto?

Benzin und Diesel sind in der Schweiz in den vergangenen Wochen teurer geworden. Ein Liter Bleifrei 95 kostet derzeit im Durchschnitt 2.14 Franken, Diesel 2.46 Franken. Damit wird das Elektroauto auch finanziell interessanter. Ob es im Alltag tatsächlich günstiger ist, hängt allerdings stark davon ab, wo es geladen wird.

Bei den Neuzulassungen zeigt sich bereits ein Trend: Elektroautos erreichen laut einer Meldung der Nachrichtenagentur AWP derzeit einen Anteil von 25 Prozent. Das sind knapp fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Aus den Zulassungszahlen allein lässt sich jedoch nicht ablesen, welchen Anteil die gestiegenen Benzinpreise daran haben.

Der Touring Club Schweiz (TCS) hat die laufenden Energiekosten verglichen. Bei 15’000 Kilometern pro Jahr, einem Verbrauch von fünf Litern auf 100 Kilometer und dem damals angesetzten Benzinpreis ergaben sich für einen Benziner Kosten von 1283 Franken. Für ein Elektroauto mit einem Verbrauch von 18 Kilowattstunden auf 100 Kilometer und einem Strompreis von 28 Rappen pro Kilowattstunde waren es 756 Franken. Seit diesem Vergleich ist Benzin laut TCS um 45 Rappen pro Liter teurer geworden. Für das Beispielauto bedeutet das rund 450 Franken zusätzliche Kosten pro Jahr.

Die Rechnung ändert sich, wenn das Elektroauto ausschliesslich an öffentlichen Stationen geladen wird. Dafür nennt der TCS Kosten von 15.80 Franken pro 100 Kilometer. Ein Benziner mit sechs Litern Verbrauch kommt beim aktuellen Literpreis von 2.14 Franken auf 12.84 Franken.

Wer zu Hause oder am Arbeitsplatz günstig laden kann, spart beim Fahren also eher Geld. Wer auf öffentliche Ladestationen angewiesen ist, muss genauer rechnen. Für einen vollständigen Kostenvergleich kommen zudem der Kaufpreis, Service und weitere Ausgaben über die gesamte Nutzungsdauer hinzu. Der TCS hält ein Elektroauto vor allem dann für günstiger, wenn es in der Anschaffung nicht wesentlich mehr kostet als ein vergleichbarer Verbrenner und überwiegend günstig geladen werden kann.

Quelle: AWP/SDA, 23. September 2026.