Caritas Schweiz feiert ihr 125-jähriges Bestehen. Aus einem katholischen Hilfswerk für Menschen in Not ist eine Organisation geworden, die Betroffene einbezieht und politische Veränderungen fordert.
Am 23. September 1901 wurde der Schweizerische Caritas-Verband gegründet. Im Mittelpunkt stand damals die organisierte katholische Nächstenliebe: Menschen in Not sollten unmittelbare Hilfe erhalten. Heute versteht Caritas Schweiz Armutsbekämpfung umfassender. Neben konkreter Unterstützung setzt sich die Organisation dafür ein, die Ursachen von Armut politisch anzugehen.
«Armut lässt sich wirksam bekämpfen», sagte Caritas-Präsidentin Monika Maire-Hefti zum Jubiläum. Veränderungen seien möglich, wenn Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und betroffene Menschen gemeinsam handelten.
Hilfe im Alltag und politische Forderungen
In der Schweiz arbeitet Caritas Schweiz mit 16 unabhängigen regionalen Caritas-Organisationen zusammen. Gemeinsam bieten sie nach eigenen Angaben rund 350 Angebote für Menschen in schwierigen Lebensverhältnissen an. Dazu gehören Schuldenberatung, Caritas-Märkte und Kurse für digitale Kompetenzen.
International ist Caritas Schweiz derzeit in rund 20 Ländern tätig. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen arbeitet sie zu Armut, Migration, Katastrophenhilfe und Klima. Nach eigenen Angaben unterstützt sie weltweit jährlich rund 500’000 Menschen und beschäftigt im In- und Ausland etwa 1500 Mitarbeitende.
Das Jubiläum macht damit auch einen Wandel im Selbstverständnis sichtbar: Hilfe kann eine akute Notlage lindern. Damit weniger Menschen überhaupt in Armut geraten oder dauerhaft darin leben müssen, braucht es darüber hinaus politische und gesellschaftliche Veränderungen.
Grundlage: Agenturmeldung zum 125-jährigen Bestehen von Caritas Schweiz.
