Die letzte Woche im 2020 ist angebrochen. Höchste Zeit, nochmals auf das ablaufende Jahr zurückzuschauen. Mit Beiträgen, die bei den Leser:innen des Resetters besonders viel Beachtung gefunden haben. Heute schauen wir zum letzten Tag auf den zweiten Tag von Resetter zurück, als noch genug Zeit da war, lange Texte zu schreiben.
Der Resetter wünscht jetzt schon allen ein tolles neues Jahr.
2. April 2020: Die aktuelle Krise hat viele Parallelen mit dem Untergang der Titanic vor 108 Jahren. Geringverdienende auf dem unteren Deck sorgten dafür, dass die Gutbetuchten in den oberen Decks ihren Privilegien nachgehen konnten. Buchstäblich bis in den Untergang. In der Coronakrise braucht es genug Rettungsboote für die Menschen auf den unteren Decks.
Die im April 1912 im eiskalten Wasser vor Neufundland gesunkene Titanic galt als Wunderwerk der Technik. Ein britisches Schiff, das in seiner Grösse und luxuriösen Ausstattung von der Harland & Wolff-Werft gebaut wurde, um «die Launen der Natur zu zähmen». Obwohl die Werft und auch die Reederei White Star als Betreiberin des Schiffs einige Untergangsszenarien in den Schubladen hatten, wurde das Schiff bei der reiselustigen reichen Oberschicht als «unsinkbar» vermarktet. Während eine durchschnittliche amerikanische Familie auf heutige Verhältnisse umgerechnet mit etwa 800 Dollar im Jahr durchkommen musste, zahlten nur schon Passagiere der zweiten Klasse mindestens diesen Betrag für ein Ticket. Die bei der Oberschicht begehrte Erstklasse-Suite kostete damals rund 4’300 Dollar, was heute mehr als 100’000 Dollar entspricht.