Bitcoin ist längst zu einer Art Religion geworden für Reiche, Superreiche und Möchtegern-Reiche. Gleichzeitig hat sich die Kryptowährung zur einem Klimakiller entwickelt. Alleine der Kursanstieg seit anfangs Jahr dürfte zusätzlich so viel Energie verbrauchen, wie die Schweiz oder eine Stadt in der Grössenordnung von London oder New York in einem Jahr verbraucht.
Alle reden von Bitcoin. Wer noch 2017 mit zwei, drei Tausend Franken/Dollar/Euro «eingestiegen» wäre, hätte heute ein sattes Vermögen von etwa 160.000 Franken. Kein Wunder, werden Milliardäre, die Hunderttausende Dollar oder Millionen von Euro investiert haben, nun zu Super-Multimilliardären.
Man mag den Leuten das Geld gönnen. In einer Zeit von Klimaerhitzung und Artensterben ist das Schürfen von neuen Bitcoins jedoch für die Umwelt eine Katastrophe. Alleine der Kursgewinn seit Januar dürfte so viel Energie verbrauchen, wie eine Volkswirtschaft mit etwa acht Millionen Einwohnern. Also etwa in der Grösse der Schweiz, London oder New York. Das hat zumindest der Nederländer Alex de Vries berechnet.
In seiner Forschungsarbeit hat er den Energieverbrauch, den sogenannten Bitcoin Energy Consumption Index erstellt. Es geht dabei also um jene Energie, die von Computern benötigt wird, um Bitcoin herzustellen. Für 2017 berechnete De Vries noch einen Jahresverbrauch für Strom von 30 Terawattstunden (TWh). Damals kostete ein Bitcoin noch rund 1.000 Dollar/Franken/Euro. Jetzt liegt der Wert bei 52.000.
Mittlerweile, so schätzt de Vries in seinem Bericht, liegt der Stromverbrauch aber bereits bei 78 TWh oder sogar 101TWh. Zum Vergleich: Die Schweiz hat 2018 insgesamt 57,6 TWh Strom verbraucht.
Das Problem: Je mehr Bitcoin es auf der Welt gibt, desto mehr Energie wird für die Erzeugung eines neuen Bitcoins benötigt. Jeder weitere Bitcoin braucht enorme Computerleistung, die wiederum Unmengen an CO2 produziert.
Mittlerweile gibt es weltweit virtuell knapp 19 Millionen Bitcon. Etwa alle zehn Minuten ist eine Block der Blockchain voll und es entsteht ein neuer Bitcoin. Maximal möglich sind 21 Millionen Bitcoin, danach ist Schluss. Es bleiben also noch rund drei Millionen Bitcoin übrig, die noch geschürft werden können.
Nach dem Bitcoin ist nicht Schluss. Es gibt zig andere und immer wieder neue Kryptowährungen, die ebenfalls Strom für die Herstellung brauchen und CO2 produzieren.
Die Computer stehen weltweit in Farmen, wo sie zu Dutzenden am Internet angeschlossen sind und Bitcoin «schürfen». Gemäss de Vries entfallen etwa 60 Prozent der Herstellungskosten von Bitcoins auf den Strom. Jene Miner die am meisten Bitcoin herstellen, verdienen am meisten Geld und können sich somit auch die grössere Stromrechnung leisten. Ein Teufelskreis.
Das Bitcoin-Business erwirtschaftet derzeit durch das Schürfen etwa 15 Millionen Dollar im Jahr. Seit Jahresbeginn hat die Kryptowährung weiterhin zugelegt. Grund sind auch Leute wie Elon Musk. Der Milliardär hat sich in den vergangenen Monaten regelrecht zum Oberhaupt der Krypto-Religion entwickelt. Erst kürzlich hat er mehr als 1.5 Milliarden Dollar Tesla-Kapital in Bitcoin investiert. Dies hat zu einem massiven Kursanstieg geführt.
De Vries glaubt, dass der derzeitige Stromverbrauch deshalb nochmals massiv ansteigen wird und zwar auf bis zu 184TWh. Pro kWh berechnet de Vries mit einem Ausstoss von rund 500g CO2. Bei einer maximalen Auslastung von 184TWh entspräche das mehr als 90 Millionen Tonnen CO2. Das ist fast zweimal soviel wie die Schweiz an Treibhausgasen im Jahr in die Atmosphäre lässt.
Neben dem Mining als Solches, sieht de Vries aber auch in anderen Technologien ein Problem. Bitcoin-Miner besitzen in der Regel schnelle Computer in denen spezielle Chips verbaut sind. Chips, die also nur für das Bitcoin-Mining hergestellt werden. Auch dies braucht Strom und erzeugt CO2.
Um gegen das Umweltproblem des Bitcoin-Minings vorzugehen, schlägt de Vries unter anderem politische Massnahmen vor. Beispielsweise hat Québec in Kanada vorläufig ein Moratorium für neue Mining-Operationen verhängt. Der Iran geht sogar soweit, dass Computer und andere technische Ausrüstung für die Erzeugung von Bitcoin beschlagnahmt werden. Das Land leidet mittlerweile unter Steuerausfällen aufgrund von Bitcoin.
Das Problem: Je mehr Bitcoin es auf der Welt gibt, desto mehr Energie wird für die Erzeugung eines neuen Bitcoins benötigt. Jeder weitere Bitcoin braucht enorme Computerleistung, die wiederum Unmengen an CO2 produziert.
Dieser Zusammenhang ist mir nicht ganz klar.
Meiner Meinung nach hängt die Energie, die für das Minen benötigt wird, lediglich von der Schwierigkeit des Proof of Works ab, die wiederum von der Rechenleistung aller Miner abhängt, die wiederum von dem aktuellen Bitcoinkurs abhängt.
Sprich: wenn der Bitcoinkurs steigt, steigt individuell der Anreiz mehr Energie für das Minen von Bitcoin aufzuwenden, was dazu führt, dass mehr Rechenleistung im Netzwerk verfügbar ist. Da festgelegt ist, dass lediglich alle 10 Minuten ein Block kreiert wird steigt die Schwierigkeit des PoW Rätsels.
Was hat die Menge an Bitcoins die bereits geschürft worden ist mit dem aktuellen Energieverbrauch zu tun?